Wie aus Wohnung 9 WATTENMEER NR. 9 wurde

Wohnbereich mit schwarzem Sofa, eingeschalteter Stehlampe und Hafenfotografien

Oder: Warum bei uns irgendwann Möbel rausflogen, ein Hafenlook einzog und aus einer Ferienwohnung langsam eine Marke wurde.

Eigentlich haben wir gar nicht nach Burhave gesucht.

Nicht nach Butjadingen. Nicht nach Haus Erika. Und schon gar nicht nach Wohnung Nummer 9.

Mein Mann ist eher zufällig bei ImmoWelt darüber gestolpert. Dort waren zwei Wohnungen, die unser Interesse geweckt haben. Ich wollte die andere. Er wollte diese.

Wie das bei solchen Entscheidungen manchmal so ist, haben wir uns am Ende nicht nur diese beiden angesehen, sondern gemeinsam mit unserem Makler noch weitere Wohnungen.

Und irgendwann wurde aus einer Immobilie, die vorher niemand von uns auf dem Zettel hatte, unser Platz an der Nordsee.

Warum überhaupt Nordsee?

Die Idee, eine eigene Wohnung an der Nordsee zu haben, war älter als WATTENMEER NR. 9.

Bei mir spielte dabei auch die Gesundheit eine große Rolle. Wegen meines allergischen Asthmas ist es für mich wichtig geworden, möglichst regelmäßig Zeit an der Nordsee verbringen zu können. Nach einer missglückten Hyposensibilisierung, die für mich sogar in der Notaufnahme endete, war irgendwann klar: Wir müssen eine andere Lösung finden.

Zwei Jahre vorher waren wir schon einmal ziemlich weit.

Damals sollte es eine Ferienwohnung auf Nordstrand werden. Die Finanzierung zog sich, die Zinsen stiegen – und am Ende platzte der Kauf.

Damals war das natürlich enttäuschend.

Heute sagen wir: Gott sei Dank.

Denn irgendwann tauchte Burhave auf.

Wir kannten Burhave nicht. Wir kannten Butjadingen nicht. Wir hatten tatsächlich noch nie davon gehört.

Und heute sind wir ziemlich froh darüber, dass ImmoWelt meinem Mann ausgerechnet diese Ecke vor die Nase gesetzt hat.

Allein die Fahrt ist für uns pro Strecke rund 200 Kilometer kürzer als nach Nordstrand. Und dann kam noch einiges dazu, womit wir ursprünglich gar nicht gerechnet hatten: Hallenbad, Sauna, Tischtennisraum, Spielplatz, Außenbereiche, Balkon – und vor allem ziemlich viel Ruhe.

Die Sauna habe ich übrigens bis heute nicht benutzt.

Man muss sich ja noch Ziele lassen.

Wohnung 9 war schon eine Ferienwohnung

Der Name WATTENMEER NR. 9 ist nicht erst mit unserem Umbau entstanden.

Schon die Voreigentümer hatten die Wohnung als Ferienwohnung vermietet und sie unter diesem Namen geführt. Wir haben den Namen übernommen.

Die Wohnung selbst haben wir anschließend ungefähr zweieinhalb Jahre hauptsächlich für uns genutzt.

Und sie war keineswegs schlecht eingerichtet.

Im Wohnbereich stand zum Beispiel ein großes Schrankbett. Für ein Schrankbett sogar ein ziemlich schickes. Ich mochte es sehr – und ehrlich gesagt tat es mir ziemlich weh, als irgendwann feststand, dass es raus muss.

Das Problem waren die großen Federn des Klappmechanismus.

Sie quietschten.

Und sie hörten nicht damit auf.

Wir haben wirklich versucht, eine Lösung zu finden. Uns wurde auch erklärt, dass man die Federn austauschen könnte. Nur sind diese Teile ziemlich teuer – und niemand kann garantieren, dass neue Federn nicht irgendwann genauso anfangen.

Dazu wären neue, speziell angefertigte Matratzen gekommen. Das Bett hatte außerdem inzwischen kleinere Macken.

Beim Sofa war es ähnlich.

Es war unglaublich bequem. Aber der Bezug war schon beim Kauf der Wohnung deutlich abgenutzt und ließ sich nicht mehr wirklich retten.

Irgendwann mussten wir deshalb entscheiden:

Weiter Stück für Stück reparieren?

Oder einmal richtig neu anfangen?

Wir haben uns für Variante zwei entschieden.

„Für Feriengäste reicht das“ war nie der Plan

Als feststand, dass wir die Wohnung zukünftig nicht mehr hauptsächlich selbst nutzen, sondern regulär an Feriengäste vermieten möchten, war für uns eine Sache ziemlich schnell klar:

Wir wollten nicht erst einmal vermieten, Geld einnehmen und irgendwann später schauen, was wir verbessern.

Ein quietschendes Bett quietscht schließlich auch dann, wenn jemand nur drei Nächte darin schläft.

Und ein abgewohntes Möbelstück wird nicht besser, nur weil vor der Tür „Ferienwohnung“ steht.

Für uns hat das auch etwas mit Respekt gegenüber Gästen zu tun.

Wer für seinen Urlaub bezahlt, soll nicht das Gefühl bekommen, dass irgendwo das aussortierte Inventar steht, das für den Eigentümer selbst nicht mehr gut genug wäre.

Deshalb haben wir investiert, bevor die ersten regulären Gäste kommen.

Nicht weil bei uns alles luxuriös sein muss.

Sondern weil es ordentlich, frisch, praktisch und angenehm sein soll.

Und wenn jemand nach seinem Urlaub sagt: „Da würde ich wieder hinfahren“, dann haben wir ziemlich viel richtig gemacht.

Dann bekam Nr. 9 plötzlich eine Richtung

Manchmal entstehen Gestaltungsideen nicht am Moodboard, sondern aus einem ganz praktischen Problem.

Bei uns waren es unter anderem die Türen und Türrahmen.

Deren Lackierung ist – sagen wir mal – ziemlich speziell.

Und weil wir für die Umgestaltung nicht unbegrenzt Zeit hatten, war klar: Die bleiben erst einmal.

Also stellte sich die Frage:

Wie richten wir die Wohnung so ein, dass das Ganze trotzdem zusammenpasst?

Irgendwann kam mir dabei unsere Lage in den Sinn.

Burhave liegt zwischen zwei großen Hafenstädten: Bremerhaven und Wilhelmshaven.

Beide faszinieren mich. Große Schiffe, Hafenanlagen, Container, Industrie, Stahl – diese ganze etwas rauere Seite des Nordens.

Und plötzlich war die Richtung da.

Nordsee. Aber ohne Küstenkitsch.

Natürlich hätten wir die Wohnung auch klassisch maritim einrichten können.

Muscheln. Herzen. Anker. Treibholz. Weiß-blau.

Und ganz ehrlich: Es gibt wunderschöne Ferienwohnungen in diesem Stil.

Aber davon gibt es eben auch viele.

Wir wollten etwas anderes.

WATTENMEER NR. 9 sollte ein bisschen kantiger werden. Industrial. Hafennah. Klare Linien, dunklere Farben, Schwarz, Holz, Stahloptik und Bilder, die eher an Hafen und Nordsee erinnern als an ein dekoriertes Strandhaus.

Vielleicht auch ein kleines bisschen maskuliner als viele klassische Ferienwohnungen.

Nicht „für Männer“.

Sondern einfach eine Wohnung, in der sich möglichst unterschiedliche Menschen wiederfinden können.

Eine kernige Ferienwohnung.

Gedeckter Esstisch mit vier cognacfarbenen Stühlen in WATTENMEER NR. 9
Auch der Essbereich gehört zum neuen Hafenlook.

Der Name passte plötzlich noch besser dazu.

WATTENMEER NR. 9 könnte genauso gut auf einem Container oder irgendwo an einem Schiff stehen.

Und genau aus diesem Gedanken heraus entstanden später auch Dinge wie unsere Kinderkojen mit ihren Parkplatzschildern.

40 Quadratmeter sind schließlich keine riesige Fläche.

Aber auch auf Schiffen ist Platz ziemlich clever organisiert.

Also darf man bei uns ruhig ein kleines bisschen das Gefühl haben, irgendwo zwischen Nordsee, Hafen und Koje gelandet zu sein.

Viele Entscheidungen sieht man wahrscheinlich gar nicht

Einige Dinge in der Wohnung fallen sofort auf.

Andere wahrscheinlich überhaupt nicht.

Aber gerade hinter den unscheinbaren Sachen stecken oft ziemlich viele Gedanken.

Ein Beispiel ist unser Airfryer.

In der Küche gibt es einen Herd mit zwei Kochplatten. Für zwei Personen funktioniert das problemlos.

Bei vier Personen kann Kochen damit irgendwann sportlich werden.

Und weil Essen gehen im Urlaub inzwischen schnell ordentlich ins Geld gehen kann, wollten wir unseren Gästen eine vernünftige Möglichkeit geben, sich auch selbst gut zu versorgen.

Wir nutzen privat schon lange Airfryer von Tefal und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Also sollte auch in Nr. 9 einer einziehen.

Nur nicht einfach irgendeiner.

Unser eigenes großes Modell hätte von den Abmessungen her nicht besonders gut zum Spülbecken der Wohnung gepasst. Also haben wir uns für ein großes Modell mit zwei getrennten Schubladen entschieden.

Zwei Gerichte gleichzeitig zubereiten, wenig Aufwand – und anschließend lässt sich das Ganze vernünftig reinigen.

Genau solche Überlegungen ziehen sich durch die Wohnung.

Tefal-Airfryer mit zwei Schubladen und Mikrowelle in der Küche der Ferienwohnung
Zwei Kochplatten, zwei Schubladen und eine Mikrowelle: mehr Möglichkeiten auf wenig Platz.

Was würden wir selbst im Urlaub praktisch finden?

Diese Frage stellen wir uns ziemlich oft.

Deshalb gibt es zum Beispiel nicht nur eine Kaffeemaschine.

Wer klassisch Filterkaffee möchte, bekommt Filterkaffee.

Wer lieber die andere Variante nutzt, hat zusätzlich unsere Coffee-B-Maschine.

Eine klassische Kapselmaschine wollten wir bewusst nicht.

Dazu gibt es eine Thermoskanne für den Tisch. Denn Kaffee soll beim langen Frühstück nicht nach fünf Minuten kalt sein.

Und zusätzlich eine Thermoskanne für unterwegs.

Kindertritt, Reisebett und Hochstuhl gehören ebenfalls zu diesen Überlegungen.

Einige Ideen kamen dabei übrigens von unserer guten Fee Cathi, die die Wohnung inzwischen ziemlich gut kennt und immer wieder an Dinge denkt, an die wir selbst vielleicht nicht sofort gedacht hätten.

Auch beim Fernsehen haben wir uns bei anderen Eigentümern im Haus abgeschaut, was gut funktionieren kann, und uns für eine Streaminglösung entschieden.

Und weil wir selbst mit Hund unterwegs sind, war für uns ziemlich schnell klar:

Ein Hund darf auch bei uns Urlaub machen.

Ebenso wenig überraschend ist vermutlich unser Verhältnis zum Check-out.

Wir sind Langschläfer.

Früher Check-out und wir werden keine Freunde.

Deshalb war auch das ein Punkt, über den wir uns Gedanken gemacht haben.

Fertig? Nö.

WATTENMEER NR. 9 ist heute ziemlich weit.

Fertig ist sie trotzdem nicht.

Und wahrscheinlich wird sie das auch nie endgültig sein.

Die Smart-Home-Thermostate sollen noch einziehen. Bis dahin vertrauen wir darauf, dass unsere Gäste mit der Heizung genauso vernünftig umgehen, wie wir es selbst tun würden.

Und dann wäre da noch unsere IKEA-Bestellung vom 4. Oktober.

Der große Schwede und wir führen aktuell eine etwas einseitige Beziehung.

Unter anderem warten wir noch auf unseren Hochstuhl, unser Mülltrennsystem und ein paar zusätzliche Dinge für die Küche.

Zum Glück brauchen unsere ersten Gäste keinen Hochstuhl. Reisebett und die übrigen Sachen sind längst da.

Und verhungern oder vom falschen Frühstücksteller essen muss selbstverständlich auch niemand.

Es ist einfach ein bisschen schade, wenn man etwas fertig geplant hat und ein Paket beschließt, daraus ein Langzeitprojekt zu machen.

Und WATTENMEER NR. 9 soll noch weiter wachsen

In Zukunft sollen außerdem noch mehr eigene Details in die Wohnung kommen.

Nicht einfach Dekoration um der Dekoration willen, sondern Dinge, die WATTENMEER NR. 9 noch stärker als eigene Marke erkennbar machen.

Einige davon werden unsere Gäste irgendwann benutzen, anfassen oder einfach während ihres Urlaubs um sich haben.

Und vielleicht passiert dann genau das, was wir selbst von Reisen kennen:

Man ist längst wieder zu Hause und bekommt plötzlich Sehnsucht nach einem bestimmten Ort.

Nach Nordsee.

Nach Burhave.

Vielleicht sogar nach Nr. 9.

Für diesen Fall entsteht rund um WATTENMEER NR. 9 nach und nach noch etwas weiter.

Aber dazu erzählen wir ein anderes Mal mehr.

40 Quadratmeter und ziemlich viele Entscheidungen

Vielleicht sieht man unserer Wohnung beim ersten Reinkommen gar nicht an, wie viele Gespräche, Überlegungen, Fehlversuche, Bestellungen, Ideen und spontane Richtungswechsel in diesen 40 Quadratmetern stecken.

Muss man eigentlich auch nicht.

Im besten Fall kommt man rein, stellt die Tasche ab und merkt einfach:

Hier hat sich jemand Gedanken gemacht.

Genau das wollten wir.

Nicht die perfekte Ferienwohnung bauen.

Sondern eine, in der wir selbst gern Urlaub machen würden.

Und eine, bei der man vielleicht beim Abschließen der Tür schon denkt:

War gut hier. Könnte man nochmal machen.

Neugierig, was aus all dem geworden ist?

Hier könnt ihr euch WATTENMEER NR. 9 heute ansehen – mit allen Räumen, Ausstattung und aktuellen Bildern.