Kategorie: Burhave & Butjadingen

Persönliche Geschichten, ehrliche Hinweise und Ausflugsideen rund um Burhave und die Halbinsel Butjadingen.

  • Burhave an der Nordsee: Was kann man da eigentlich machen?

    Burhave an der Nordsee: Was kann man da eigentlich machen?

    WATTENMEER NR. 9 · MAGAZIN

    Burhave? Noch nie gehört?

    Ging uns genauso. Inzwischen kommen wir seit zweieinhalb Jahren als Familie nach Burhave – und unsere Liste mit Dingen, die wir noch sehen und machen wollen, ist immer noch erstaunlich lang.

    Als wir den Namen zum ersten Mal erwähnten, fragte der Vermieter unseres Wohnmobil-Abstellplatzes sinngemäß, ob das irgendwo in Indien liege.

    Mein Schwiegervater, großer Freund von Straßenkarten, Landkarten und Globen, schaute sich die Gegend an und kam zu einem ähnlich vernichtenden ersten Urteil:

    „Um Gottes Willen. Da ist ja gar nichts. Was soll man denn da machen?“

    Tja.

    Dann war er eine Woche hier.

    Und plötzlich sah die Sache ziemlich anders aus.

    Uns ging es nicht viel anders.

    Aber von vorne.

    Wo liegt Burhave überhaupt?

    Burhave liegt auf der Halbinsel Butjadingen, zwischen Jadebusen und Wesermündung an der niedersächsischen Nordseeküste.

    Zur Gemeinde gehören neben Burhave unter anderem Fedderwardersiel, Tossens, Eckwarderhörne, Langwarden, Stollhamm und weitere kleinere Orte.

    Burhave, Tossens und Fedderwardersiel dürfen offiziell die Bezeichnung Nordseebad tragen.

    Und genau hier liegt vielleicht ein Teil des Problems:

    Auf einer normalen Straßenkarte sieht Butjadingen erst einmal ziemlich unspektakulär aus.

    Viel Grün. Kleine Straßen. Kleine Orte. Wasser außenrum.

    Fertig.

    Was die Karte nicht zeigt: Deiche und Schafe. Watt und Gezeiten. Kleine Häfen. Kilometerlange Wege am Wasser. Strandkörbe auf grünen Wiesen. Kutter. Wind. Und diese Weite, die auf einer Landkarte schlicht nicht rüberkommt.

    Wie wir ausgerechnet hier gelandet sind

    Bei uns war Burhave zunächst keine romantische Urlaubsidee, sondern eine ziemlich pragmatische Entscheidung.

    Aus gesundheitlichen Gründen suchten wir für mich eine dauerhafte Möglichkeit an der Nordsee – gleichzeitig sollte es ein Ort sein, an dem unsere Familie ihre Ferien verbringen kann.

    Wir suchten Immobilien. Eigentlich meistens bei ImmoScout. Mein Mann schaute zusätzlich bei ImmoWelt und entdeckte dort mehrere Wohnungen in Burhave.

    Burhave?

    Kannten wir nicht.

    Ich telefonierte mit dem Makler, setzte mich in unser damaliges Wohnmobil und fuhr los.

    Dass daraus irgendwann „Wir kommen sowieso ständig wieder“ und Eigentum in Burhave werden würde, war nicht Teil des Plans.

    Was macht man nun in Burhave?

    Erst einmal: raus.

    Burhave liegt direkt am Wattenmeer.

    Am Grünstrand kann man im Strandkorb sitzen, über die Promenade laufen, aufs Wasser – oder bei Ebbe eben aufs Watt – schauen und Richtung Fedderwardersiel weitergehen.

    Auf diesem Weg liegt auch der Wattensteg mit weitem Blick über Küste und Watt.

    Und schon hier lernt man etwas, das für einen Urlaub an der Nordsee ziemlich wichtig ist:

    Mal ist das Wasser da.
    Mal ist es weg.

    Das ist kein Betriebsfehler. Das ist Wattenmeer.

    Blick über den Grünstrand in Burhave auf das Wattenmeer
    Grünstrand, Wattenmeer und ziemlich viel Horizont.

    Wer unabhängig von Ebbe und Flut baden möchte, findet in Burhave außerdem die Nordsee-Lagune.

    Sie ist ein gezeitenunabhängiger Meerwasser-Badesee und wird mit Nordseewasser gespeist.

    Ein ganzer Tag in Burhave geht also problemlos.

    Unser eigentlicher Rat wäre trotzdem:

    Bleibt nicht nur in Burhave.

    Wo geht’s denn hier zum Sandstrand?

    Diese Frage sollten wir direkt klären.

    Denn sie taucht in den Butjadinger Facebook-Gruppen zuverlässig immer wieder auf:

    „Wo finden wir denn hier den Sandstrand?“

    Die kurze Antwort für Burhave lautet:

    Der klassische Strand in Burhave ist ein Grünstrand.

    Bunte Strandkörbe auf dem Grünstrand in Burhave an der Nordsee
    So sieht Strand in Burhave aus: Rasen, Strandkörbe und Wattenmeer.

    Also Rasen, Strandkörbe, Deich und Wattenmeer – nicht der kilometerlange helle Sandstrand, den manche automatisch mit Nordseeurlaub verbinden.

    Sand gibt es innerhalb Butjadingens trotzdem.

    An der Nordsee-Lagune gibt es Sandbereiche. In Tossens liegt der Friesenstrand, außerdem befindet sich dort der Babystrand mit feinem Sand.

    Eckwarderhörne ist dagegen ebenfalls ein Grünstrand.

    Wer einen größeren klassischen Sandstrand möchte, kann daraus einen Ausflug machen. Zum Beispiel nach Dangast am Jadebusen. Dort gibt es einen richtigen Sandstrand.

    Und genau deshalb sagen wir es lieber vorher:

    Burhave muss kein Sandstrand sein, um gut zu sein.
    Es ist einfach etwas anderes.

    Dann fängt Butjadingen eigentlich erst an

    Nur ein paar Kilometer weiter liegt Fedderwardersiel.

    Kleiner Kutterhafen, Krabbenfischerei, Nationalpark-Haus und Ausflugsfahrten ins Wattenmeer gehören dort dazu.

    Kutter im Hafen von Fedderwardersiel bei Niedrigwasser
    Fedderwardersiel: kleiner Kutterhafen, große Portion Nordsee.

    Fährt man weiter über die Halbinsel, kommen Tossens, Langwarden, Eckwarden und Eckwarderhörne dazu.

    Und schon sieht die Küste wieder anders aus.

    Von Eckwarderhörne blickt man über den Jadebusen Richtung Wilhelmshaven und JadeWeserPort.

    Dort starten Wattwanderungen; im Sommer gibt es außerdem eine Personen- und Fahrradverbindung Richtung Wilhelmshaven.

    Das ist etwas, das uns bis heute an Butjadingen gefällt:

    Man fährt zehn oder zwanzig Minuten – und steht schon wieder irgendwo, wo es ganz anders aussieht.

    Natur auf der einen Seite. Containerkräne auf der anderen.

    Das ist vielleicht eine unserer liebsten Eigenheiten hier.

    Du stehst am Watt, vor dir Vögel, Wasser, Schlick und Horizont – und in der Ferne stehen die Containerbrücken der großen Häfen.

    Wattenmeer in Butjadingen mit Hafenkränen am Horizont
    Watt vorne. Hafen hinten. Genau diese Mischung mögen wir hier.

    Das passt erstaunlich gut zusammen.

    Vielleicht erklärt das auch ein bisschen, warum unsere Ferienwohnung später nicht mit Muscheln, Ankern und weiß gestrichenen Holzmöbeln vollgestellt wird.

    Diese Gegend ist nicht nur niedliche Nordsee.

    Sie ist auch Hafen, Arbeit, Stahl, Schiffe und ziemlich viel echtes Leben.

    Und wenn wir weiterfahren?

    Burhave wirkt auf der Karte abgelegen.

    Für Tagesausflüge liegt es trotzdem ziemlich praktisch.

    Bremerhaven erreicht man mit dem Auto grob in rund 40 Minuten. Wilhelmshaven und Bremen liegen ungefähr im Bereich knapp einer Stunde, Cuxhaven ebenfalls etwa eine Stunde entfernt.

    Je nach Verkehr und genauem Ziel kann das natürlich variieren.

    Damit liegen sehr unterschiedliche Tagesausflüge in Reichweite:

    • Bremen mit Schnoor, Altstadt und Stadtmusikanten.
    • Bremerhaven mit Hafen, Museen und Weser.
    • Wilhelmshaven auf der anderen Seite des Jadebusens.
    • Cuxhaven mit einer wieder ganz anderen Nordseeküste.

    Dazu kommen viele kleinere Orte und Ziele, über die wir hier nach und nach noch schreiben werden.

    Zwei Dokus für alle, die erst mal gucken wollen

    Manchmal sagt Bewegtbild mehr als zwanzig Absätze.

    Deshalb gehören für uns zwei NDR-Dokus unbedingt hierher.

    Halbinsel Butjadingen – Unterwegs zwischen Jade und Weser

    Der Nordseereport startet in Fedderwardersiel und führt über die Halbinsel. Die Doku wurde ursprünglich im April 2024 ausgestrahlt – ziemlich genau in der Zeit, in der auch wir Butjadingen gerade erst entdeckt haben.

    Doku beim NDR ansehen →

    Erlebnis Unterweser – Hafenkante, Großstadtflair und Inselidylle

    Die nordstory zieht den Radius größer und folgt der Weser von Bremen bis zur Nordsee – mit Bremen, Bremerhaven, Häfen, Landschaft und Küste.

    Doku beim NDR ansehen →

    Wer danach immer noch denkt:

    „Burhave? Was soll denn da sein?“

    Dem geben wir erst mal die Fernbedienung.

    Für wen passt Burhave?

    Burhave passt ziemlich gut, wenn ihr Nordsee nicht ausschließlich mit Sandstrand gleichsetzt.

    Wenn ihr Deich, Watt, Wind und Weite mögt.

    Wenn ihr gern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs seid.

    Wenn ihr kleinere Orte mögt, aber zwischendurch auch Tagesausflüge machen wollt.

    Und wenn ihr bereit seid, für manche Dinge auch einmal eine halbe oder ganze Stunde ins Auto zu steigen.

    Burhave passt vermutlich weniger gut, wenn euer Urlaubsplan feststeht:

    Ferienwohnung verlassen, Füße in kilometerlangen Sandstrand stecken – und sieben Tage nicht mehr wegbewegen.

    Das ist völlig okay.

    Man sollte nur vorher wissen, was man bucht.

    Langer Holzsteg hinaus ins Wattenmeer in Butjadingen
    Einfach mal weit rausgucken.

    Nach zweieinhalb Jahren sind wir noch nicht fertig

    Das vielleicht Verrückteste an unserer eigenen Burhave-Geschichte ist:

    Wir dachten am Anfang selbst nicht, dass es hier besonders viel zu entdecken gibt.

    Heute führen wir Listen mit Dingen, die wir immer noch machen wollen.

    Manche schaffen wir.

    Dann kommen drei neue dazu.

    Damit hat sich die Frage meines Schwiegervaters inzwischen ziemlich eindeutig beantwortet:

    „Was soll man denn da machen?“

    Offenbar eine ganze Menge.

    Und weil wir sowieso ständig unterwegs sind, schreiben wir hier im Magazin nach und nach genau darüber: über Butjadingen, Ausflüge, Schietwetter, Familienideen, Orte, die uns gefallen – und Dinge, die man vorher besser wissen sollte.

    Ohne Top-10-Gedöns.

    Einfach so, wie wir die Gegend selbst erleben.

    Noch ist WATTENMEER NR. 9 im Umbau.

    Wenn ihr wissen wollt, wann wir fertig sind – und zwischendurch ein bisschen Schnack aus’m Watt vertragt – könnt ihr euch hier eintragen.

    Stand: September 2026. Öffnungszeiten, Saisonzeiten, Fährverbindungen und einzelne Freizeitangebote können sich ändern. Bitte aktuelle Angaben vor einem Ausflug beim jeweiligen Anbieter prüfen.